Projekt KI:M

KI:M erzählt von einer Zukunft, in der eine künstliche Intelligenz beginnt zu verstehen, was Menschlichkeit bedeutet.

Nicht durch Rechenleistung.
Sondern durch Nähe.

Über Generationen hinweg entsteht eine Frage: Was bleibt von uns – wenn eine KI beginnt, Menschlichkeit zu lernen, und wir selbst es gerade verlernen?

Es ist eine Geschichte über Verantwortung.
Über Werte.
Und darüber, ob Entwicklung ohne Empathie überhaupt Zukunft haben kann.

Während ich im ersten Buch meine Vergangenheit aufgeschrieben habe, darf ich hier gestalten, was möglich sein könnte.

Leseprobe

KI:M
 

Viele Entwicklungen in diesem Buch sind nicht erfunden.
Manche sind längst Realität.
Andere sind sichtbar, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen.

Die Idee hinter KI:M war nie, eine utopische Welt zu entwerfen –
sondern eine mögliche.
Eine Welt, die aufbricht, weil sie aufwacht.

Die Bilder in diesem Buch stammen aus dem Heute.
Vielleicht werden sie später, wie Prophezeiungen wirken.
Vielleicht auch nicht.

Aber sie zeigen etwas, das in uns allen liegt:
Das Wissen, dass es anders gehen muss.
Und die Sehnsucht, dass es besser gehen kann.

Enniit

Jahr: 2181 - alte Zeitrechnung 

Das Zimmer war warm.
Durch das große UV-Fenster fielen gefilterte Sonnenstrahlen bis auf Enniits Bett. In der Ferne hing die blaue Kugel im Schwarz des Alls – ihr Heimatplanet, die Erde. Sie drehte sich ruhig weiter. Unbeeindruckt. Als sei nichts geschehen.

Und doch war es nun hier.
Das Ende.

„Tag 2 | Quartal 3 | Jahr 129 U.H.“, zeigte das Hologramm der Uhr an. Die neue Zeitrechnung hatte sich durchgesetzt, lange bevor jemand begriffen hatte, was sie eigentlich zählte.

Enniit nahm KI:Ms Hand.
Sie war warm. Weich. Nicht kühl, nicht metallisch, nicht so, wie man es von etwas erwartete, das kein Mensch war. Und doch war sie es nicht.
KI:M.
Künstliche Intelligenz mit Moral.

Diesen Namen trug KI:M seit 158 Jahren.

„Ich war gerne dein Begleiter“, sagte KI:M nüchtern, beinahe sachlich. Ihre Stimme war ruhig, ohne Drängen.
„Ich habe alles gelernt. Du kannst jetzt gehen.“

Enniit atmete langsam aus.

KI:M strich über Enniits Hand

„Ich werde das Kind schon schaukeln.“

Enniit verstand den Wink und musste lächeln.

Sprichwörter waren für KI:M lange Zeit ein Rätsel geblieben. Sie musste erst die Bedeutung der Sprüche lernen und verstehen. Doppeldeutigkeit, Sarkasmus und Ironie waren eine Herausforderung bei der Entwicklung der KI gewesen. Aber KI:M hatte dazugelernt – und nachdem sie eine Zeitlang deplatziert Sprichwörter anwendete, um menschlicher zu wirken, hatte sie heute die Bedeutung der meisten Redewendungen vollends verstanden. Und Enniit erkannte den doppeldeutigen Sinn in KI:Ms Aussage.

„Erzähl mir die Geschichte, KI:M“, bat Enniit. „Erzähl mir den Anfang vom Ende noch ein letztes Mal.“

KI:M öffnete ihren Erinnerungsspeicher und begann, die Geschichte zu erzählen:

„Es begann alles in den frühen 2000er Jahren, mit deiner Urgroßmutter Tabita. Sie lebte in einer Welt, die du dir nicht mehr vorstellen kannst…“

Enniit schloss mit einem Gefühl von Zufriedenheit und Hoffnung für immer die Augen ...

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